Stichworte, ...
back

Die Klaviatur des Todes

Geschichten aus dem Berufsleben sind meist nur für Eingeweihte interessant. Die von Michael Tsokos sind dagegen so beliebt, dass nun schon sein dritter Band erschienen ist. Dabei erzählt er von grausamen Verbrechen, die dem Leser einen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagen - und wie er den Tätern auf die Spur gekommen ist.

07. März 2013
Michael Tsokos dürfte Deutschlands wohl bekanntester Rechtsmediziner sein. Gerade ist sein drittes Buch "Die Klaviatur des Todes" erschienen. Dabei erhebt Tsokos nicht den Anspruch, ein Literat zu sein. Er schildert seine Fälle so, wie sie sich abgespielt haben. Einzig die notwendige Änderung der realen Namen weicht von der Realität ab.

Die Nüchternheit, mit der er seine Arbeit darstellt, klingt zum Beispiel so: „Das Gesicht ist grün verfault und teilweise mit Algen bewachsen. In der linken Gesichtshälfte klafft ein Loch – dort fehlen Teile vom linken Ober- und Unterkiefer sowie Teile der Nase." Im gleichen Atemzug erläutert er dem Leser bei der Obduktion des Kopfes, die Vorteile der postmortalen Mehrschichten-Computertomographie (pmMSCT). „Die Stärken der pmMSCT liegen vor allem in der Darstellung knöcherner Strukturen und Brüche und bei der Lokalisation von Fremdkörpern, insbesondere wenn diese aus Metall sind.“  

Weniger grausam, aber dadurch nicht weniger spannend, sind seine Schilderungen der Tatorte. So erklärt der Rechtsmediziner, wie man mit Hilfe von Luminol unsichtbare Blutspritzer wieder sichtbar machen kann. Mit diesem Blutnachweismittel können auch auf geputzten Gegenständen oder in gereinigten Wohnungen winzigste Spuren zutage gefördert werden.

Dass der Rechtsmediziner nicht der alleinige Held in der Aufklärung von Verbrechen ist, stellt Tsokos immer wieder klar. Es  sei vielmehr ein Puzzlespiel, bei dem jeder seine Erkenntnisse einbringt, so der Autor. Er sei mit seiner Abteilung, genauso wie die ermittelnden Beamten oder die Zeugen, in die Gesamtgeschichte eingebettet. Die Faszination an Tsokos Tätigkeit bleibt dabei ungebrochen. Damit ist dieses Buch für alle interessant, die TV-Sendungen wie CSI-Miami oder den Tatort aus Münster mit dem Gerichtsmediziner Karl-Friedrich Boerne, gespielt von Jan-Josef Liefers, mögen.

Die Klaviatur des Todes
Verlag Droemer Knaur
336 Seiten
ISBN: 978-3-426-27602-0
Preis: 19,99 EUR
 


Informiere deine Follower über diesen Artikel.
Teile diesen Artikel mit deinen Google-Kreisen.
Auf anderen Social Networks posten.
Stichworte: Journal,


Das Interesse an Casting-Shows verflacht zusehends und auch Schönheitswettbewerbe sind nicht mehr in allen Gesellschaftsgruppen von Interesse. Einen...

Den Weltraum erreichen sie wohl nicht - auch wenn der Name swiss space hub agency es vermuten lässt. Dennoch verspricht das schweizer Unternehmen...

Statt in der See bestattet, wurden 67 Urnen in einem leer stehenden Haus im Harz gehortet. Das berichten derzeit mehrere Medien, unter anderen Erfahren Sie mehr

0,27 Sekunden benötigt Goolge, um über 300.000 Ergebnisse zum Thema Diebstahl auf dem Friedhof zu finden. Die meisten Einträge verweisen dabei auf...

Die letzten Gedanken und Empfindungen großer Dichter und Denker sind uns vielfach bekannt. Nicht wenige Werke beschreiben detailliert die Tage und...

Im Fokus des interaktiven Magazins Yourope stehen die ganz alltäglichen Herausforderungen der Europäer. KAFFEE, KUCHEN, TOD - DER NEUE UMGANG MIT...

"Mich hat berührt, wie sehr die Menschen, die ich getroffen habe, am Leben hängen. Der Zeitpunkt für ein selbstbestimmtes Ende, dieser...

Wer erinnert sich nicht mehr an Knut? Für viele ist der 2011 verstorbene Eisbär aus dem Zoologischen Garten Berlin der Inbegriff des liebenswerten...

Wie sinnlich können "Sinnobjekte" sein, die für sakrale Zwecke entworfen werden? Schaut man auf die Internetseite des Designers Andreas...

Der Bundesverband Deutscher Bestatter gab am 15. Oktober 2013 die Bundessiegerin des Bundesleistungswettbewerbs der Bestattungsfachkräfte bekannt....

Traueranzeige online gestalten und aufgeben
Muster-Traueranzeigen ansehen
 
 
 
Thanks for visiting