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28. Juli 2017

Grabmal

Ob naturbelassen, geschliffen oder auf Hochglanz poliert, ob Stein, Holz oder Stahl: Bei Grabmalen gibt es jede erdenkliche Bearbeitungsart, Form und Farbe. Auch der Mix verschiedener Materialien ist heute keine Seltenheit mehr. Dabei hat das Grabmal eine jahrtausendelange Tradition. In den großen Religionen und in vielen Kulturen ist das Aufstellen eines Grabmals Sinnbild für das Totengedenken.

Ein Grabstein ist keinesfalls ein „Hinweisschild“ auf denjenigen, der dort begraben ist. Er ist ein Denkmal. Wie bei der gesamten Grabgestaltung drücken die Hinterbliebenen auch mit dem Grabmal die Wertschätzung an den Verstorbenen aus. Die richtige Wahl ist meist nicht leicht. Und die Kosten dafür können schnell mehrere Tausend Euro betragen. Daher ist ein Preisvergleich absolut zu empfehlen. Da der Stein erst einige Wochen oder Monate nach der Bestattung gesetzt wird, bleibt dafür also genügend Zeit.

Industrie und Handwerk

Ein Großteil der Steine wird heute industriell gefertigt. Daher sind einige Steinmetze mehr Händler als Handwerker. Dabei werden die Grabmale fix und fertig vorgearbeitet, um sie dann lediglich an die Kunden weiter zu geben. Aber auch wenn die Auswahl groß ist und die Bestellung per Katalog erfolgt, heißt das noch lange nicht, dass es sich um Massenware handelt. Fragen Sie Ihren Steinmetz ganz genau nach seinen Leistungen.

Muss es immer Stein sein?

Nein, es muss nicht immer Stein sein. Allerdings bietet ein Stein den großen Vorteil, sehr witterungsbeständig zu sein. Granit ist dabei immer noch das beliebteste Material. Das liegt nicht nur an seinen Farbgebungen mit einem sehr ehrwürdigen Anthrazit-Grau sowie den verschiedenen Rot-, Grün-, Blau- und Beige Tönen. Dieses Hartgestein ist äußerst widerstandsfähig. Gerade polierte Oberflächen lassen sich auch nach Jahren leicht reinigen und erstrahlen schnell wieder in unverändertem Glanz.

Kalk- und Sandstein sind, ebenso wie Marmor, wesentlich weicher. Diese Gesteinsarten verwittern im Gegensatz zu Granit wesentlich schneller und setzen Patina an. Gerade die rauen Oberflächen von Kalk- und Sandstein werden gerne von Moosen besetzt, was schnell sehr „schmutzig“ wirken kann. Auch Kletterpflanzen wie der Efeu finden bei diesen grobporigen Steinen ein ideales Terrain. Allerdings wirken diese Steine wesentlich „lebendiger“, da auch an ihnen der Zahn der Zeit nagt. Insofern bevorzugen viele diese Steine aufgrund ihrer Authentizität.

Sehr beliebt sind mittlerweile auch Mixturen aus verschiedenen Materialien. Besonders gerne werden dem persönlichen Bezug entsprechend Ornamente aus Messing, Kupfer oder Bronze am Stein befestigt, wie z.B. Kreuze, die Betenden Hände von Dürer oder Blumen. Etwas moderner ist die Kombination mit Edelstahl oder COR-TEN-Stahl, ein witterungsfester Baustahl mit einer schützenden Rostschicht, Holz oder Glas. Wer über einen Blick über die Standardware hinaus wirft, wird interessante Arbeiten entdecken.

Das A und O: eine gründliche Beratung

Es ist schwerer, den richtigen Stein auszusuchen als einen guten Steinmetz zu finden. Nutzen Sie unser Branchenverzeichnis und Sie werden sicher auch in Ihrer Nähe fündig.

Nicht nur wenn es etwas Besonderes sein soll, ist eine gründliche Beratung immer die Basis für die spätere Beauftragung. Nehmen Sie sich so viel Zeit, wie Sie brauchen. Schauen Sie sich sowohl bei den örtlichen Steinmetzen um und nutzen Sie das Internet zur Information. Die Auswahl an Grabmalen ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Das liegt zum einen an einem sich stetig ändernden Zeitgeist inklusive dem Bruch mit alten Traditionen. Daher werden heute Materialien und Formen verwendet, die noch vor einem Jahrzehnt als pietätslos galten. Dem haben sich auch haben die Friedhofsordnungen zum Teil angepasst. Andererseits wirkt sich der steigende künstlerische Anspruch der Steinmetze positiv aus. Nicht zuletzt nimmt auch die wirtschaftliche wie kulturelle Globalisierung ihren Einfluss. Insgesamt werden die meisten von Ihnen feststellen, dass auch die Entscheidung für einen Stein ein etwas längerer Prozess ist.

Achten Sie bei der Beratung darauf, dass Sie zum Schluss einen detaillierten Kostenvoranschlag bekommen. Neben einer Entwurfszeichnung fertigen einige Steinmetze bei Sonderanfertigungen auch Miniatur-Modelle an.

Leistungen der Steinmetze

Nach dem Sie den Steinmetz beauftragt haben übernimmt er folgenden Leistungen:
  • Fertigung des Grabmal
  • Entfernung einer eventuell vorhanden Einfassung oder eines Grabstein
  • Erstellung eines neuen Fundaments für den neuen Grabstein
  • Erstellung der neuen Grabeinfassung und Setzen des neuen Grabsteins bzw. der Vollabdeckung
  • Beschriftung des Grabmals
  • Anbringung von Vasen oder anderem Zubehör
  • Einholen der Genehmigung für den jeweiligen Grabstein bei der Friedhofsverwaltung

Die Kosten

Entsprechend der Größe und je nach Material kann ein Grabstein ab 300 Euro aufwärts kosten. Auch hier gibt es keine Obergrenze. Allerdings möchten wir Ihnen als Orientierung folgende Preise mitgeben:

Einfache Qualität:
Neues Grabmal 300 Euro
Neue Einfassung 450 Euro
Inschrift bei 30 Buchstaben 300 Euro
Setzen des Grabmals inkl. Transport 150 Euro

Mittlere Qualität:
Neues Grabmal 2.000 Euro
Neue Einfassung 700 Euro
Inschrift bei 30 Buchstaben 350 Euro
Setzen des Grabmals inkl. Transport 300 Euro

Höhere Qualität:
Neues Grabmal
4.000 Euro
Neue Einfassung 1.100 Euro
Inschrift bei 30 Buchstaben 450 Euro
Setzen des Grabmals inkl. Transport 450 Euro


Gestaltungsvorschriften

Auch bei Grabsteinen gibt es Gestaltungsvorschriften. Das bedeutet, dass jedes Grabmal von der Friedhofsverwaltung genehmigt werden muss. Dabei sind die Vorschriften sind oft von Grabfeld zu Grabfeld verschieden. So gibt es durchaus auch einen Grabsteinzwang. Einige Friedhofsordnungen legen sogar die zu verwendenden Materialien, die Größen der Steine oder die Gestaltung der Schrift und Oberflächen fest. Wer einen besonderen Wunsch hat und ganz sicher gehen möchte, sollte seine Vorstellungen mit der Friedhofsverwaltung unbedingt abstimmen. Im Normalfall gibt es auf jedem Friedhof mindestens ein Grabfeld, für das keine einschränkenden Bestimmungen gelten. Fragen Sie gezielt nach dieser Möglichkeit.

Als Orientierung, welche Steine üblicherweise zugelassen werden, soll die folgende Aufzählung dienen:
  • Der Breitstein ist meist für Doppelgrabstellen bestimmt und besitzt eine Breite von etwa 1,20m und mehr sowie eine Höhe ab etwa 1,00m.
  • Der Reihenstein wird vornehmlich an Einzelgräbern aufgestellt. Seine Breite beträgt etwa 0,80m und die Höhe ab 0,80m.
  • Die Stele ist ebenfalls für Einzelgrabstellen vorgesehen. Diese Variante ist deutlich schlanker als der Reihengrabstein, aber mindestens genauso hoch.
  • Der Urnenstein wird sowohl für Einzelgrabstellen als auch bei Sammelgräbern verwendet. Die Steinhöhe beträgt meist unter 0,60m oder ist quaderförmig.
  • Der Kissenstein oder Liegestein ist ein typischer Stein für ein Einzelgrab. Seine rechteckige bis quadratische Form weist variable Seitenformate von etwa 0,50 x 0,50m auf. Er ist üblicherweise nicht höher als 0,20m.

Christliche Grabsteine

Christliche Grabsteine werden üblicherweise mit dem Namen des Verstorbenen und dem Geburts- und Todesdatum versehen. Statt eines genauen Datums stehen manchmal auch nur die beiden Jahresangaben darauf. Etwas seltener ist die Angabe des Berufs geworden. Als Verzierungen werden oft biblische Ornamentik und Symbole gewählt. Im evangelischen Raum sind auch Bibelsprüche üblich. In Süddeutschland werden auch Bilder der Verstorbenen am Stein angebracht.

Jüdische Grabsteine

Der jüdische Grabstein heißt Mazevot und wird oftmals mit Symbolen versehen. Sehr häufig sind segnende Hände oder der Schofar (Halljahrposaune) dargestellt. Die Inschriften sind oftmals auf der einen Seite in Hebräisch und auf der anderen Seite in der jeweiligen Landssprache verfasst. Es ist Tradition, bei einem Besuch am Grab einen Kieselstein auf den Grabstein zu legen.

Grabsteine im Islam

Im Islam kann ein Grabstein aufgestellt werden. Eine Verpflichtung gibt es nicht. Üblicherweise wird der Grabstein mit dem Namens des Verstorbenen und seinem Geburts- und Sterbedaten versehen. Die Daten können sowohl dem Lunarkalender des Islams als auch dem gregorianischen Kalender entsprechen. Möglich ist auch ein Bild des Verstorbenen, die Nennung von Vater und Mutter, Hinweise auf die Todesursache oder die Verzierung mit Ornamenten, Koranversen oder Hadithen. Unterschiede gibt es vor allem hinsichtlich der Ethnie, dem Geburtsland, aber auch entsprechend dem persönlichen Status.

Second Hand?

Grabsteine können sehr teuer sein. Die untere Preiskategorie beginnt bei rund 300 Euro. Das liegt nicht nur an dem verwendeten Material und den zum Teil sehr aufwändigen Verzierungen. Je nachdem wie hoch der Steinmetz seine künstlerische Arbeit einschätzt, umso höher steigt auch der Preis. Auch hier gilt die Faustformel: Qualität hat seinen Preis – und erstklassige Arbeit sollte auch entsprechend entlohnt werden. Wer eine günstigere Alternative sucht, dem empfiehlt es sich, einen gebrauchten Grabstein zu nehmen. In diesem Fall wird die Oberfläche des Steins abgeschliffen bis die alte Inschrift nicht mehr zu sehen ist. Zwar verliert der Stein dabei an Dicke, aber keinesfalls an Stabilität.

Grabsteine und Kinderarbeit

Mehr als ein Drittel der Steinblöcke, die in Deutschland zu Grabsteinen verarbeitet werden, kommen aus Indien und zunehmend auch aus China. Auch wenn keine exakten Zahlen vorliegen, muss davon ausgegangen werden, dass in den Steinbrüchen auch Kinder arbeiten. Das verstößt zwar gegen internationale Abkommen, kann aber nicht unterbunden werden. Darauf haben einige Gemeinden und Städte mit der Änderung ihrer Friedhofsordnung reagiert. Dort werden nur Grabsteine zugelassen, die mit dem Siegel „Fair Stone“ ausgezeichnet. Das soll sicherstellen, dass die Steine frei von Kinderarbeit hergestellt wurden.


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