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28. Juli 2017

Trauerknigge

Soviel sei gesagt: Feste Regeln gibt es nicht. Die sind von Land zu Land, von Region zu Region oder auch von Familie zu Familie sehr unterschiedlich. Allerdings ist ein gebührendes Verhalten wünschenswert. Rauchen, Schwatzen und Handyklingeln sollte man auf einer Trauerfeier besser vermeiden, möchte man nicht unangenehm auffallen.

Ohne Worte?

Als Hinterbliebener ist es Ihr gutes Recht, sprachlos zu sein. Gerade aber unter Familienangehörigen und besten Freunden sind das Gespräch und die herzliche Anteilnahme enorm wichtig - auch wenn es schwer fällt. Seien Sie lieber offen und ehrlich und sagen Sie, dass Sie nicht wissen, was Sie sagen sollen. Damit ist auf alle Fälle das Schweigen gebrochen.
Lebt man an einem Ort zusammen, so ist das persönliche Erscheinen einem Telefonat, einer E-Mail oder einer SMS immer vorzuziehen.

Kondolieren, aber wie?

Die richtigen Worte zu finden, ist im Trauerfall mitunter das Schwerste. Aber welche Formulierungen sind richtig, welche sollte man unterlassen? Es gibt darauf keine verbindlichen Antworten. Allerdings finden Sie im Folgenden es ein paar Hinweise, die helfen können:
  • Bleiben Sie immer persönlich. Vermeiden Sie Worthülsen und Floskeln, wie z.B. „du schaffst das schon“. Überlegen Sie lieber vor der Trauerfeier, was Sie eventuell sagen könnten. Fällt Ihnen allerdings nichts Passendes ein, dann versuchen Sie Ihre Gefühle lieber mit einem Blick, einem Händedruck oder einer stillen Umarmung auszudrücken.
  • Auch im Internetzeitalter ist es eine schöne Geste, einen Kondolenzbrief zu schreiben. Verwenden Sie am besten weißes oder cremefarbenes Papier und dazu einen passenden, aber schlichten Umschlag. Schreiben Sie den Brief mit der Hand und vermeiden Sie E-Mails und SMS.
  • Vorgedruckte Karten oder Musterkondolenzen sollten Sie im Familien- und Freundeskreis lieber nicht verwenden.  Versuchen Sie, ganz individuell auf die Hinterbliebenen und den Trauerfall einzugehen.
  • Der Tod ist ein schmerzliches Ereignis. Versuchen Sie nicht, es zu relativieren, wie z.B. mit „das wird schon wieder“.
  • Bieten Sie nur Hilfe an, wenn Sie diese auch wirklich erfüllen können. Alles andere ist wenig hilfreich.
  • Persönliches oder Privates, das den Todesfall und die Hinterbliebenen nicht direkt berührt, gehört nicht zur Beileidsbekundung.
  • Beileidsbekundungen geben Sie nach Möglichkeit immer persönlich ab – vor allem im engen Familien- und Freundeskreis.  

Nur in schwarz?

Erweisen der letzten Ehre – das ist der Sinn einer Trauerfeier. Und wer etwas von Ehre hält, für den ist es eigentlich selbstverständlich, sich diesem Anlass entsprechend zu verhalten. Das beginnt mit der Kleidung. Die muss nicht immer schwarz sein. Der klassische dunkle Anzug mit weißem Hemd und dunkler Krawatte sind wie Kostüme in gedeckten Farben immer akzeptabel, ganz im Gegensatz zu Jeans und Pullover. Wurde vom Verstorbenen ausdrücklich eine bestimmte Kleiderordnung gewünscht, sollte diese auch eingehalten werden.
Übrigens: In Japan ist nicht schwarz, sondern weiß die Farbe der Trauer.

Hier noch ein paar zusätzliche Hinweise:
  • Kommen Sie lieber etwas früh zur Trauerfeier. Schalten Sie frühzeitig das Handy aus oder nehmen Sie es gar nicht erst mit.
  • Im Anschluss an die Trauerfeier gibt es noch genug Zeit zum Reden. Vermeiden Sie dies daher im Gottesdienst, auf dem Weg zum Grab und bei der Beerdigung.
  • Hüte und Mützen: Bei christlichen Bestattungen tragen Männer keine Kopfbedeckungen, Frauen dagegen dürfen sehr wohl einen Hut aufsetzen.
  • Kinder: Es gibt keine Pflicht, dass Kinder in schwarz gekleidet sein sollen. Gedeckte Farben sind aber wünschenswert. Passiert es, dass Kinder die Trauerfeierlichkeiten stören, ist Strenge kaum das richtige Mittel, wieder für Ruhe zu sorgen. Gehen Sie lieber mit dem Kind woanders hin und beschäftigen Sie es.
  • Die Beisetzung ist für die Hinterbliebenen ein sehr schmerzlicher Augenblick. Ein bisschen Zurückhaltung bei der Beileidsbekundung ist manchmal sehr dienlich. Verzichten Sie im Zweifelsfall lieber auf tröstende Worte und Umarmungen.
  • Für das Trauermahl bzw. das gemeinsame Kaffeetrinken wird explizit eingeladen. Ohne eine solche Einladung sollte Sie besser nicht erscheinen.
  • Lachen und Weinen ist auf der anschließenden Zusammenkunft bei Kaffee und Kuchen durchaus üblich. Es gehört bei aller Trauer dazu, gute Erinnerungen an den Verstorbenen mit den anderen Gästen zu teilen.


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