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25. September 2017

Trauer

Trauer ist immer ein Ausdruck des seelischen Schmerzes und eine ganz natürliche Reaktion auf einen Verlust. Tritt dieser ein, lässt sich die Trauer im Prinzip nicht unterdrücken. Wie stark und wie lange Trauer empfunden wird, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Rituale und liebevolle Zuwendung können helfen, angemessen zu trauern, das Geschehene zu verarbeiten, um dann vom Verstorbenen endgültig Abschied zu nehmen und loszulassen.

Trauer ist geprägt von vielen verschiedenen emotionalen Zuständen. Lustlosigkeit, Niedergeschlagenheit und mangelnde Lebensfreude sind typische Zeichen. In der akuten Trauer sind viele Menschen stark in sich gekehrt und nehmen die Umwelt um sie herum kaum noch wahr. Einige reagieren dagegen mit Aggressivität. Wieder andere mit großer Sorge oder sogar Angst. Dies geschieht vor allem dann, wenn die seelische und/oder die finanzielle Sicherheit nicht geklärt oder gar bedroht sind.

Über die Trauer hinaus rückt bei vielen die Auseinandersetzung mit dem Tod auch die Endlichkeit des eigenen Lebens ins Bewusstsein. Neue Ängste, aber auch viele Hoffnungen, sind damit verknüpft. Unter Umständen verändert sich damit die jeweilige Gefühlslage. Vertrauen zu schenken und Gesprächsbereitschaft zu signalisieren sind wertvolle Gesten, den Betroffenen zu helfen.

Das Gefühl der Trauer stellt sich aber nicht nur in einem akuten Todesfall ein. Auch die Erinnerung an einen schmerzlichen Verlust kann Trauer auslösen. Deren Überwindung ist aber in der Regel kürzer.

Trauerbewältigung ist ein Weg

Nicht immer bleibt Zeit, sich auf den Tod vorzubereiten. Aber selbst dann, fällt es schwer, schon zu Lebzeiten Abschied zu nehmen. Wenn dann der Tod eintritt, reagieren Angehörigen fast ausnahmslos geschockt. Mehr oder weniger gerät das seelische Gleichgewicht auseinander. Daher reagiert in dieser Akutphase auch jeder anders. Während die einen sich auf sich und den engsten (Familien-)Kreis besinnen, versuchen andere sich abzulenken. Dabei gibt es kein Patentrezept. Daher sollte jeder tun, was ihm gut tut. Wichtig ist, besonders Betroffene und Leidende mit Fürsorge zu unterstützen.
Für diejenigen, die mit der Bestattung und den Formalitäten beschäftigt sind, beginnt die Trauer nicht selten erst Tage später.

Abschied nehmen ist das Ziel in vier Abschnitten

Trauern heißt, sich auf den Abschied vorbereiten. Daher lässt sich Trauer als ein Weg beschreiben, an dessen Ende der Abschied steht. Wie lange dieser Weg dauert und wohin er führt, ist sehr unterschiedlich. Denn Abschied nehmen heißt, die Veränderungen durch den Tod zu akzeptieren. Das ist besonders schwer, wenn Liebe, Hoffnung, Träume und Erwartungen sich mit einem Mal im Nichts auflösen.
Beim Abschiednehmen und in der Trauerbewältigung durchläuft der Mensch verschiedene Abschnitte. Diese sind sehr individuell und von unterschiedlicher Dauer. Sie müssen auch nicht von einander abgegrenzt sein. Sie können sich mischen oder gar überlappen.

  • Abschnitt 1: Das Nicht-Glauben-Können - Diese erste Phase umschreibt den Schockzustand, wenn uns die Todesnachricht überbracht wird. Wie lange der Schrecken dieser Akutsituation anhält, ist sehr unterschiedlich. Während manche in eine Art Trance verfallen, realisieren andere sehr rasch die Umstände.
  • Abschnitt 2: Zeit für Gefühle - Trauer ist immer von unterschiedlichen emotionalen Zuständen geprägt. Während die einen unter Ruhelosigkeit leiden und sich ihre Gedanken stets um den Verstorbenen und um die damit verbundenen Veränderungen drehen, verfallen andere in Lethargie. Schmerz, Verzweifelung und Hoffnungslosigkeit können Menschen in eine Art Starre verfallen lassen.  Auch kann der Tod eines geliebten Menschen Auslöser für Angstgefühle sein, während andere gereizt oder gar aggressiv auf die neue Situation reagieren. Die Frage nach dem „Warum?“ wird oft gestellt. Weil es darauf aber keine Antwort gibt, hadern viele mit dem Schicksal und fühlen sich vom Leben im Stich gelassen. Selbst tiefer Glaube schützt nicht davor, in einen emotionalen Ausnahmezustand zu verfallen. Wie auch immer sich der einzelne in dieser sehr emotionalen Phase verhält, es ist der schwierigste Abschnitt in der Trauerbewältigung.
  • Abschnitt 3: Schrittweise Neuorientierung - Zeit heilt nicht alle Wunden. Aber früher oder später beginnen wir wieder, unseren inneren Zirkel zu verlassen. Die schrittweise Orientierung nach außen heißt, wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Die Stimmungsschwankungen sind weiter vorhanden, aber weniger extrem. Auch die Trauer wird weniger intensiv empfunden. Manchmal ist sogar so etwas wie Freude wieder möglich. In dieser Zeit beginnt auch die langsame Wiederaufnahme früherer Lebens- und Tagesrythmen.
  • Abschnitt 4: Das neue Gleichgewicht - Niemand soll vergessen oder verdrängen. Und es ist ganz normal, dass die Wehmut uns stets begleiten wird. Das Gefühl und Wissen, der Verstorbene sei niemals zu ersetzen, gehört daher ebenso zum Trauerprozess, wie der vertrauensvolle Blick nach vorn. Ab einem bestimmten Zeitpunkt ist der Mensch wieder in der Lage, sich den Alltagsaufgaben zu widmen und diese auch zu bewältigen. Meist kommt das von ganz alleine. Einige brauchen Unterstützung, Trauer und Verantwortung wieder in Einklang zu bringen und sich den Veränderungen zu stellen. Dann hat man Abschied genommen.


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